Statements von Schülerinnen und Schülern
Ehemalige Schülerinnen und Schüler des Regino-Gymnasiums, die während ihrer Schulzeit am Wettbewerb "Jugend forscht/Schüler experimentieren" teilgenommen haben, werden gebeten, die folgenden beiden Fragen zu beantworten:
1) Was assoziierst du mit deiner Wettbewerbsarbeit während deiner Schulzeit?
2) Hat dich die Wettbewerbsarbeit hinsichtlich deiner Berufswahl beeinflusst? Begründe!
Miriam K.
Mit meiner WA assoziiere ich eigentlich die wohl interessanteste Phase innerhalb meiner Schulzeit. Ich konnte wertvolle Erfahrungen bzgl. der Erstellung einer wissenschaftlichen Arbeit sammeln - dies war vor allem im Hinblick auf mein späteres Studium sehr nützlich! Während dieser recht langen Phase habe ich gelernt, meine Arbeit so zu organisieren, so dass sie nicht mit der Schule kollidierte. Zudem habe ich viele interessante Menschen kennen gelernt. Durch den JuFo-Wettbewerb an sich habe ich vor allem wichtige Erfahrungen im Präsentieren der eigenen Arbeit machen können. Kolloquien dieser Art begegnen einem immer wieder im Leben, wodurch sich diese Teilnahme wirklich bezahlt gemacht hat!
Im Allgemeinen kann ich sagen, dass die WA eine gute Abwechslung zum manchmal öden Schulalltag war, jedoch blieb hier und da auch schon mal etwas auf der Strecke, da die Arbeit wirklich viel Zeit in Anspruch genommen hat. Lange Durststrecken mit neu aufgedeckten Problemen waren sehr anstrengend und jedes Mal war ich froh, diese Arbeit nicht ganz alleine geschrieben zu haben.
Schon seit der Mittelstufe stand für mich fest, dass ich später im naturwissenschaftlichen Bereich tätig sein werde. Diese WA jedoch hat mein Interesse am wissenschaftlichen Arbeiten nochmals gestärkt. In diesem Bereich wird's eigentlich nie langweilig. Zwar kann es schon mal sein, dass man mit einem Schritt nach vorne wieder zwei zurückgeht, da sich neue Probleme ergeben, aber genau dies macht die Arbeit des Wissenschaftlers erst richtig interessant. Und genau diese Erfahrungen konnte ich mit der WA machen...Jetzt studiere ich Biomedizinische Chemie im 1.Fachsemster - ein Studium, was mich wohl später in die pharmazeutische Forschung bringen wird.
Christina M.
Jufo-Assoziationen:
positiv: viel Spaß; Lernen, wie man Probleme löst; Erfahrung, dass Experimente nicht sofort klappen; Teamarbeit; gutes Gefühl, etwas außerhalb des normalen Schulalltags erreicht zu haben
negativ: manchmal Stress (vor der Präsentation); manchmal Uneinigkeit über Arbeitsaufteilung; viel Freizeit investiert
Berufswahl: zuerst keine Beeinflussung, dann aber beim lang überlegten Studiengangwechsel: Spaß an Naturwissenschaften, Experimentieren, Laborarbeit, "Testen" von Produkten (Sonnencreme etc., was ja auch unter den Bereich Lebensmittelchemie fällt)
Sabine B.
1. Meine Jugend forscht Zeit war im Ganzen gesehen eine sehr schöne und spannende Zeit. Ich glaube weder Susanna noch ich hatten als wir mit unserem Projekt anfingen, eine Vorstellung davon, welche Ausmaße das annehmen würde. Und um ganz ehrlich zu sein, habe ich mir die ganze Sache auch wesentlich leichter vorgestellt. Erstmal habe ich es als großes Privileg empfunden, in den Chemie- und in anderen Räumlichkeiten "alleine" arbeiten zu dürfen. Es hat viel Spaß gemacht und großen Ehrgeiz in mir geweckt. Den haben wir aber auch gebraucht, weil es doch sehr zeitaufwendig und gerade zum Ende hin wirklich nervenaufreibend und anstrengend war. Trotzdem haben wir viel zusammen gelacht und hatten vor allen Dingen einen tollen Teamgeist. Für mich war es eine sehr prägende und einmalige Erfahrung. Ich war so stolz und glücklich als alles fertig war und wir unsere Arbeit vorstellen durften.
2. Meine Studienwahl stand schon fest, als ich von der Grundschule zum Gymnasium wechselte. Von daher war die nicht mehr zu beeinflussen. Aber man kann schon sagen, dass mir Jugend forscht bestätigt hat, dass ich viel Interesse und Spaß an naturwissenschaftlicher Arbeit habe und dass Tiermedizin die richtige Studienwahl
Susanna Molitor
1. Wenn ich jetzt im Nachhinein über die Jugend Forscht Zeit nachdenke, wundert es mich, dass ich als Schüler den Elan hatte durch zu halten. Es war sicherlich sehr viel Arbeit und wenn man bedenkt, dass Sabine und ich erst 15 Jahre waren, finde ich es beachtlich. Aber ich denke, was uns beiden sehr geholfen hat war die spitzen Betreuung (danke noch einmal!!!) und den Spaß den wir bei der Arbeit hatten. Ich denke, dass lag vor allem daran, wie Sie uns für die Arbeit begeistert und motiviert haben, aber auch daran, dass zu dieser Zeit so viele Schüler Jugend Forscht gemacht haben. Wir kamen so in Kontakt mit Schülern aus verschiedenen Alterstufen und haben uns gegenseitig immer weitergezogen. Aber wie bereits gesagt, kam es auch sehr darauf an, dass Sie uns für die Arbeit begeistert haben und wir als Schüler gemerkt haben, dass die Lehrer sowie die Schule hinter uns steht und wir bestmöglichst unterstützt worden sind.
Gelernt habe ich sehr viel aus dieser Zeit. Schon während der Oberstufenzeit habe ich gemerkt, dass ich den anderen Schülern gegenüber einen Vorteil hatte, weil ich durch die Recherchen für die Jugend Forscht-Arbeit gelernt habe, mir mehr oder weniger selbstständig Literatur zu besorgen und mit schwierigeren Texten um zugehen. Das bestättigt sich auch jetzt im Studium noch. Ausserdem fällt es mir bei z.B. Referaten und Hausarbeiten leichter an komplexe Themen heran zugehen, diese klar zu strukturieren und die Arbeiten an zu fertigen. Gerade zu beginn des Studiums ist mir bei vielen Studenten aufgefallen, dass sie scheinbar während ihrer Schulzeit nie gelernt haben klare Gliederungen zu machen und so themenfremden Personen strukturiert den Inhalt zu vermitteln.
Zu den negativen Aspekten kann ich nichts sagen, da fällt mir spontan gerade nichts ein.
2. Bedingt. Die Arbeit vom Thema her nicht. Aber das "Forschen" selber schon. Ich studiere mittlerweile Biologie, Mathematik und Geographie auf Lehramt für Gymnasium. Gerade die Wahl für Biologie fiel mit durch die Jugend Forscht -Zeit. Mir hat es sehr viel Spass gemacht sich länger mit einem Thema zu beschäftigen und selbst Versuche zu machen. Dies ist bedingt bei meinem Biologiestudium gegeben. Jedoch wusste ich durch die Jugend Forscht-Zeit auch, wie frustrierend es ist, den selben Versuch immer wieder zu wiederholen und am Ende doch zu scheitern. Dies war sicherlich auch ein Faktor nicht Biologie oder Chemie-Diplom zu studieren. Mir reicht es im Studium sich intensiv mit Themen im Rahmen von "Forschung"zu beschäftigen sich dann aber später mit Schülern nur noch bedingt im Rahmen des zu unterrichtenden weiter zu bilden. Sprich ich könnte mir nicht vorstellen, mein Leben lang im Labor zu stehen. Es reicht mir halt hin und wieder mit Schüler Versuche zu machen.
Andreas F.
1. Mit meiner Wettbewerbsarbeit verbinde ich viele lustige Nachmittage und Ereignisse, die ich mein ganzen Leben sicherlich nicht vergessen werde. Egal ob man bis spät in die Nacht in der Schule an irgendwelchen selbstgebauten Modellen experimentierte oder im Sekretäriat einmal quer durch Deutschland telefonierte, um an Informatioinsmaterial zur Jufo-Arbeit ranzukommen.
Zwar erinnere ich mich auch noch an die Bedenken meiner Eltern, da ich gerade in der Zeit des Abiturstreßes einen sehr großen Teil meiner Freizeit jedes Jahr der Jugend-forscht-Arbeit gewidmet habe und vielleicht nicht immer dem strengen Lehrplan des Oberstufenunterrichts entsprechend gelernt habe. Doch neben den gesammelten Erfahrungen in Bereichen wie Textgliederung, Freie Texte schreiben und Retorik haben wir sicherlich alle während unserer Arbeit ein gesundes Stück Selbstbewusstsein bekommen und wurden fit für alles, was nach dem Abi kam.
2. Da meine Studienwahl bereits mehr oder weniger vor meiner ersten Jugend-forscht-Arbeit schon getroffen war, denke ich nicht dass diese irgend einen Einfluß ausgeübt hat. Aber angesichts der Tatsache, dass wir alle ein naturwissenschaftliches Fach studieren, kann man sicherlich von einer "naturwissenschaftlichen Grundeinstellung" sprechen, die durch die vielen Jahre Jugend-forscht sicherlich geprägt wurde.
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