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Stellungnahme eines Schülers

Stellungnahme von Emanuel N. (Schüler des Regino-Gymnasiums Prüm; MSS 13) zum Thema außerschulische Weiterbildung im naturwissenschaftlichen Bereich:

"Als Teilnehmer der Deutschen Juniorakademie 2003 in Neuerburg, der Fraunhofer Talent School 2006 in München, sowie dem International Science Camp 2007 in Göttingen, spricht man in gewisser Weise aus Erfahrung, wenn man nach außerschulischen Möglichkeiten gefragt wird, die einem die Gelegenheit geben "über den Tellerrand" hinweg zu schauen.

Doch wie erhält man überhaupt die Gelegenheit an solchen, meist naturwissenschaftlichen und sehr interdisziplinären Kursen teilzunehmen? Neben guten Noten, die natürlich eine gewisse, aber nicht zwingende Voraussetzung sind, wird heutzutage, nicht nur im Berufsleben, immer mehr nach der sozialen Komponenten gefragt: Engagiert sich die oder der Betreffende in schulischen Gremien, übernimmt er Verantwortung, welche Hobbys hat er/sie etc. Doch ausschlaggebend für die Möglichkeiten, die ja in Deutschland durchaus bestehen, ist meiner Meinung nach die eigene Motivation und der Wille, sich auch außerhalb der Schulzeit, ggf. während der Ferien, mit wissenschaftlichen Fragestellungen auseinanderzusetzen.

Deutschland kann auf Dauer in der Forschung nur dann mit Ländern, wie den USA, der Schweiz oder England mithalten, wenn junge Menschen die Möglichkeit zu einer praxisorientierten Auseinandersetzung mit Naturwissenschaften erhalten. Aufgabe der Schule ist es im Bezug auf Kurse oder Akademien, die nicht innerhalb der Schulzeit liegen, sowohl die Schüler, aber auch im Besonderen die Eltern, ausgiebig zu informieren. Viele Schüler und deren Eltern ahnen noch nicht einmal, dass ihre Kinder schon in der Unterstufe beispielsweise die Möglichkeit besitzen, bei Bayer oder BASF in der Ferienzeit in sogenannten Schülerlaboren zu forschen. Und damit stehen diese beiden Firmen nicht allein da. Deutschland besitzt die meisten Schülerlabore in ganz Europa, nur ist deren Finanzierung auf Dauer fraglich. Der Geldbeutel der Eltern entscheidet aber nicht zwangsläufig über eine Teilnahme, was von der Wissenschaftsjournalistin Angela Müller-Möhring, die in Köln naturwissenschaftliche Experimentierkurse für Kinder anbietet, bestätigt wird: "Die teilnehmenden Kinder stammen gleichwohl aus allen Schichten der Bevölkerung. Bei motivierten Eltern scheitert die Entscheidung für einen Kurs meist nicht am Geld."

Abhilfe kann also nur die breite Masse an motivierten Schülern und Eltern schaffen, denen die Teilnahme an solchen Kursen sehr häufig, so wie mir selbst auch, eine Orientierung bei gleichzeitiger Begeisterung für die Naturwissenschaften gibt.

Nur so kann der, auch für die wirtschaftliche Zukunft Deutschlands, so wichtige Bereich der naturwissenschaftlichen Forschung auf Dauer konkurrenzfähig bleiben bzw. werden. Aufgabe von Schule, Eltern, sowie auch älteren Schülern ist es, die "Kleineren und Unwissenden" stetig dafür zu motivieren, denn letztendlich entscheidet sich Deutschlands Zukunft in den Köpfen der heutigen Kinder und Jugendlichen!