Diese Seite drucken

Pikrate, Salze der Pikrinsäure

Wie die Pikrinsäure selbst haben auch ihre Salze, die Pikrate, ein hohes Explosionspotential. Ihre Entfernung aus den Sammlungen der Schulen durch den Entschärfungsdienst des Landeskriminalamtes (Tel.: 06131 / 652350) ist ebenfalls anzuraten.

Im Folgenden sind einige Stoffbeispiele aufgeführt:

  • Kaliumpikrat ist ein gelbes explosives Pulver mit bitterem Geschmack. Es ist ist ein Salz der Pikrinsäure mit Initialsprengstoffeigenschaften wie alle Metallsalze der Pikrinsäure.
  • Ammoniumpikrat ist das Ammoniumsalz der Pikrinsäure. Es wurde unter anderem im 2. Weltkrieg als militärischer Sprengstoff für Sprengladungen benutzt. Ein Trivialname ist "Explosive-D".
  • Bleipikrat ist das Bleisalz der Pikrinsäure und fand früher und zum Teil noch heute Anwendung in Sprengkapseln und Anzündhütchen.

Es sei darauf hingewiesen, dass die Bildung von Schwermetallpikraten, vor allem Bleipikrat, grundsätzlich zu vermeiden ist. Diese entstehen oft ungewollt, wenn Pikrinsäure in Kontakt mit Metallen, deren Oxide, Carbonate, Hydroxide etc. kommt. Zahlreiche Unfälle haben in der Vergangenheit gezeigt, dass diese Verbindungen äußerst gefährlich und instabil sind. In Deutschland unterliegt der Besitz, Umgang, die Lagerung etc. außerdem dem Sprengstoffgesetz (SprengG).


Vorherige Seite: Steckbrief "Pikrinsäure"
Nächste Seite: Pressespiegel